Am einfachsten zu definieren ist die Klassische Homöopathie über ihre Grundregeln:

  1.  Anwendung des Ähnlichkeitsprinzips „Similia similibus curentur“, d.h.:
    1. Durch die Prüfung von Arzneimitteln an Gesunden, durch die Auswertung von toxikologischen Daten und durch Beobachtungen an geheilten Patienten erwirbt man ein Wissen über Medikamente.
    2. Durch Anamnese und Untersuchung erwirbt man Wissen über Patienten.
    3. Die Therapie erfolgt mit einem Arzneimittel, das nach dem Ähnlichkeitsprinzip ausgewählt wurde.
  2. Anwendung der Medikamente in potenzierter Form
  3. Anwendung der Medikamente in kleinstmöglicher Menge, bestimmter Darreichungsform und in definierten Zeitintervallen

Unterschiedliche Herangehensweise in Homöopathie und klinischer Medizin

Beispiel:

Ein Patient mit Rückenschmerzen (LWS-Syndrom) kann weiter entfernte Gegenstände nicht erkennen (Kurzsichtigkeit) und hat jeden Morgen Husten mit Auswurf (chron. Bronchitis).

 

Herkömmliche medizinische Behandlung: Die Erkrankungen haben nichts miteinander zu tun und fallen in drei verschiedene Spezialgebiete der Medizin (Orthopädie, Augenheilkunde, Lungenheilkunde). Die Symptome werden mit völlig unterschiedlichen Mitteln und Methoden behandelt werden.

 

Homöopathische Behandlung: Alle diese Symptome und noch viele andere, die sonst „unter den Tisch fallen“, sind Ausdruck der Erkrankung dieses Patienten und werden zur Findung eines passenden Mittels für diesen kranken Menschen herangezogen.

 

Unterschied: Nicht genauere Untersuchung oder mehr Beachtung psychischer oder anderer Einzelsymptome, sondern die genaue Beachtung derindividuellen, besonderen, genau auf diesen Menschen zutreffenden Symptome führen zu einer genau auf diesen Menschen zugeschnittenen Therapie. Ziel ist es, die Gesundheit des Patienten mit nur einem Arzneimittel herzustellen.

 

Arzneimittel

Eine Substanz, die einem Gesunden Beschwerden bereitet, hat die Kraft, einen Kranken mit ähnlichen Beschwerden zu heilen.

 

In der vorausgehenden Arzneimittelprüfung am Gesunden werden genau die Beschwerden herausgefunden, die das jeweilig geprüfte Arzneimittel hervorzurufen im Stande ist. Und genau dafür wird es im Krankheitsfall dann eingesetzt.

 

Um Vergiftungen zu vermeiden, hauptsächlich aber um die Wirksamkeit des Mittels zu erhöhen, wird die Substanz potenziert. Dies ist der Schritt, der uns das intuitive Verständnis der Homöopathie so schwer macht. Wie der Name schon sagt, ist Potenzierung jedoch nicht einfach nur Verdünnung, sondern auch Energiezufuhr. Die Wirksamkeit der so hergestellten Mittel hat sich millionenfach bewährt. In absehbarer Zeit werden Methoden entwickelt werden, um die Wirksamkeit der Homöopathie auch wissenschaftlich nachweisen zu können. Vielversprechende Ansätze dafür gibt es bereits einige.

In der Zwischenzeit sollte man sich vor Augen führen, dass es wohl vermessen ist, nur an das zu glauben, was sich mit unseren gegenwärtigen Möglichkeiten (die natürlich bemerkenswert sind, aber dennoch unendlich viele Erklärungslücken nicht schließen können) zweifelsfrei nachweisen lässt. Diese Anschauung ist mir auch als Ingenieur durchaus nicht fremd.

 

Für Homöopathen und Patienten, die das Potential dieser Heilmethode selbst erlebt haben, stellt sich die Frage nach ihrem Funktionieren ohnehin nicht. Vielmehr geht es darum, sich den Regeln der Kunst und dem Finden des jeweiligen ähnlichsten Mittels zu widmen.